Haus Scheller Horgenberg
2009 Um- und Ersatzneubau Rotkreuzbaracken
Erstwohnung 200 m2
Zweitwohnung
60 m2
Die zwei Baracken dienten im 2. Weltkrieg in Baden als Unterkünfte für Flüchtlinge. Im Jahre 1947 wurden die Gebäude zerlegt und an ihrem neuen Standort im Horgenberg wieder aufgebaut. Hier dienten sie dem Schweizerischen Roten Kreuz als Unterkunfts- und Kurslokale.
Ein Projekt um diese Bauten zu Wohnzwecken umnutzen zu können wurde ausgearbeitet. Das Ziel war eine offen gestaltete Wohnung zu entwickeln bei welcher die einmalige Lage an Waldrand und Bach durch grosszügige Befensterung ganzjährig erlebbar wird.
Da sich die Gebäude in der Landwirtschaftszone befinden, musste das Volumen und der Charakter der einfachen Zweckbauten beibehalten werden. Von einer Baracke konnte die gesamte Holzkonstruktion erhalten bleiben. Die beiden Gebäude wurden mit einem verglasten Entree miteinander verbunden. Die einfache und zurückhaltende äussere Erscheinung wird durch die klaren Volumen und die Verwendung natürlich vergrauter Fichtenschalung kombiniert mit aluminiumfarbenen Rafflamellenstoren erreicht. Die äussere Einfachheit setzt sich auch im Innern fort. Freistehende Nasszellen in Sichtbeton, Sockelgeschoss in sichtbar belassenem Dämmbeton (Misapor), Gussasphaltböden, Wände und Decken verkleidet mit hellen Schichtholzplatten aus lokaler Fichte und eine Küche in Chromstahl ergeben ein Zusammenspiel roher Materialien.
Eine kondensierende Pelletsheizung kombiniert mit einer in das Dach integrierten Solaranlage beheizen das Gebäude und sorgen für Warmwasser. Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit einem Erdregister und ausgezeichnete Dämmwerte (25cm Holzspänedämmung, 3-Fach Verglasung) ermöglichten die Zertifizierung nach MINERGIE.